Amt Brieskow-Finkenheerd
 
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Aus aktuellem Anlass – Aufruf zum Energiesparen!



Liebe Bürgerinnen und Bürger.

 

In der Gemeindevertretersitzung der Gemeinde Brieskow-Finkenheerd am 13.10.2022 hat der ehrenamtliche Bürgermeister Horst Siebke nach Gesprächen mit den Senioren des AWO-Ortsverbandes über deren Sorge um die Energiesituation berichtet. Es wurden in diesem Zusammenhang Fragen gestellt, z.B. weshalb die Straßenbeleuchtungsanlagen in der Gemeinde zu verschiedenen Zeiten ein- bzw. ausgehen, ob auf dem Parkplatz am Amtsgebäude die Lampen zeitweise abgeschaltet werden können bzw. welche weiteren Möglichkeiten der Energieeinsparung bestehen? Dies zeigt, dass die Frage nach Sicherstellung des kommenden Winters mit Energie alle bewegt.

 

Aus diesem Anlass möchte ich aufzeigen, welche bisherigen Bemühungen wir in der Vergangenheit unternommen haben und künftig unternehmen werden:

 

Im Bereich der Straßenbeleuchtung wurde bereits vor vielen Jahren angefangen, durch effizientere Leuchtmittel Energie einzusparen. Herkömmliche Beleuchtungsanlagen hatten eine installierte Leistung von 120 W (Quecksilberdampflampen) sowie 75 W (Natriumdampflampen). Am Anfang der Umstellungen (vor ca. 10 Jahren) waren Induktionslampen mit einer Leistung von ca. 30 W das Mittel der Wahl. Seit einigen Jahren kommen LED-Leuchtmittel mit einer Leistung von ca. 10-15 W zum Einsatz. Dadurch konnte der Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung in unseren Gemeinden um etwa 50 % gesenkt werden. Die Umrüstung wird konsequent fortgesetzt, mit dem Ziel, weitere Einsparungen zu erreichen. Das Abschalten von Lampen würde neben dem Aufwand zur Kennzeichnung der Masten auch zur Verringerung des Sicherheitsgefühls führen. Eine Abschaltung ist daher nach überwiegender Meinung kein bewährtes Mittel zur Einsparung.

 

Hinsichtlich der eingangs gestellten Frage, weshalb die Straßenbeleuchtungen zu unterschiedlichen Zeiten in Betrieb gehen, möchte ich auf die unterschiedliche Empfindlichkeit der optischen Dämmerungsschalter hinweisen. Je nach Modell, Einstellung oder auch Verschattung der optischen Sensoren kommt es je nach Helligkeit zu zeitlich verschiedenen Aufschaltungen.

 

In der Verwaltung des Amtes Brieskow-Finkenheerd kommt seit dem 04.10.2022 die Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung – EnSikuMaV der Bundesregierung zur Anwendung, wonach gemäß § 6 in den Büros nur auf 19° Raumtemperatur geheizt werden soll, in den Fluren sind die Heizungen abgestellt worden. In den Toiletten wurden die Boiler für die Warmwasserbereitung vom Netz genommen. In den anderen kommunalen Einrichtungen wird darauf geachtet, dass die Heizungsanlagen neben angemessener Einstellung und Wartung auch zu vertretbaren Zeiten im Absenkbetrieb laufen. Temperaturabsenkungen wird es ggf. auch in den Sporthallen der Amtsschulen geben. Dies erfolgt in Abhängigkeit von den Außentemperaturen sowie den Aussagen von Sportlehrern oder Vereinen folgend. Die zentrale Warmwasserbereitung für die Duschen in der Grundschule Ziltendorf wurde abgestellt, da der Aufwand nur für den Vereinssport unverhältnismäßig hoch ist. Die Grundschüler nutzen die Anlagen nach dem Schulsport nicht. Als zukünftige Lösung wird eine effizientere Warmwasseraufbereitung mittels Durchlauferhitzer geprüft. Zudem ist derzeit die weitere Umrüstung aller Beleuchtungen auf LED-Technik in Vorbereitung.

 

Die Vereine sollen in einer kommenden Beratung hinsichtlich ihrer in Eigenregie geführten Objekte zur Einsparung von Energie sensibilisiert werden. Einen verwaltungsseitigen Eingriff in den Vereins- oder Sportbetrieb soll es nicht geben.


 

 

Weitere Sparbemühungen sind beabsichtigt bzw. in die Wege geleitet worden:

Rechner, Monitore und Whiteboards sollen an den Schulen außerhalb des Unterrichtsbetriebes nicht mehr im Stand-by-Modus belassen werden, sondern komplett ausgeschaltet werden. Ferner werden alle Einrichtungen aufgefordert, in eigener Verantwortung Energie zu sparen, so unter anderem durch richtiges Lüften (bei abgedrehtem Heizungsventil), durch Absenkung der Raumtemperatur zum Ende des Unterrichts bzw. der Betreuung in den Kitas und vor allem über das Wochenende.

 

Leider haben wir, den Empfehlungen der Politik in den vergangenen Jahren folgend, sehr viele Heizungen mittels Gasbefeuerung modernisiert. In Zukunft muss daher über andere Möglichkeiten nachgedacht werden. Alle Gemeinden beabsichtigen, von begonnenen Maßnahmen abgesehen, wegen der unkalkulierbaren künftigen Entwicklungen auf dem Energiemarkt wie auch im Baubereich jede Investitionen auf ihre Erforderlichkeit hin zu prüfen, soweit sie nicht ausdrücklich der Energieeinsparung dienen. Insofern werden PV-Anlagen auf den kommunalen Objekten sowie andere Sparmaßnahmen (u.a. Leuchtmittel in den Objekten, moderne Steuerungen für Licht und Heizung etc.) erwogen.

 

Abschließend möchte ich alle Bürgerinnen und Bürger bitten, durch eigene Sorgfalt dafür zu sorgen, dass Energie gespart wird. Jede kWh zählt, die billigste kWh, ist die nicht verbrauchte! Die extrem gestiegenen Kosten für Strom, Gas und Öl führen naturgemäß zu sorgsamen Umgang damit.

 

Die Energiewende ist sicher das große Thema dieser Zeit und für die Zukunft, jedoch darf dies nicht dazu führen, den Wohlstand und unser aller Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Nur wenn ausreichend Energie am Markt vorhanden ist, werden die Preise wieder auf ein erschwingliches Maß absinken. Die Verteuerung von Energie als Sparanreiz hat ihre Grenzen, gerade in unseren ländlich geprägten Gemeinden!

 

Bleiben Sie gesund!

 

Dirk Wesuls

Amtsdirektor

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